Die EU Drohnengesetze

Die EU-Richtlinien der neuen EU-Drohnenverordnung (2019/947 und 2020/746) definieren ab 2021 einheitliche Grundregeln für alle EU-Länder und außerdem noch für die Schweiz, Norwegen und Island. Darüber hinaus gibt es aber weiterhin länderspezifische Vorgaben der Mitgliedsstaaten der EU (so auch innerhalb Deutschlands), die zusätzlich erfüllt werden müssen.

Neue Drohnen werden zukünftig in 5 Risikokategorien unterteilt. Die Klassifizierung und Kategorisierung müssen die Hersteller durchführen und die Drohnen entsprechend Kennzeichnen. Es gibt die folgenden Klassen:
C0, C1, C2, C3 und C4 (Erklärung dazu weiter unten). Für Bestands-Drohnen (also alle Drohnen, die noch keine Klassifizierung und  Klassen-Kennzeichnung besitzen) gibt es eine Übergangsregelung. Dies betrifft alle Drohnen, die bis heute bereits im Umlauf sind oder noch vor dem 1.1.2023 produziert werden und keine Klassifizierung besitzen.
Beispiele: DJI Mavic MINI, DJI MINI 2, DJI Mavic Air 2 und DJI Mavic Air 2, DJI Mavic Pro / Platinum, DJI Mavic 2 Pro / Zoom, etc).
Details zur Übergangsregelung: Siehe unten „Drohnen ohne Klassifizierung“.

Außerdem sehen die EU-Richtlinien für Drohnen drei Anwendungsszenarien vor, die unterschiedliche weitere Auflagen haben. Die drei Haupt-Szenarien lauten:
Open (Offen), Specific (Spezifisch) und Certified (Zertifiziert)

Zuerst erklären wir das Anwendungsszenario OPEN und die Drohnenkategorien / -klassen, da dies die meisten Hobby-Drohnen-Piloten und kommerzielle Kamera-Drohnen betreffen dürfte. Die Szenarien „Specific“ und „Certified“ betreffen eher Spezialanwendungen von Drohnen und werden daher weiter unten nur kurz erklärt.

Anwendungsszenario OPEN (Offen)

  • gedacht für Drohnen und Flüge mit geringem Risiko
  • maximale Flughöhe 120 Meter über Grund
  • Flug nur in Sichtweite (VLOS = Visual Line Of Sight). Ausnahme: die Drohne fliegt im Follow-Me-Modus oder es steht ein Beobachter neben dem Piloten und hat stattdessen die Drohne im Blick und ist im ständigen Kontakt mit dem Piloten
  • Versicherungspflicht: Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben (nach Landesvorgabe laut § 43 Luftverkehrsgesetz – LuftVG). Diese gibt es bereits ab wenigen Euro pro Jahr:
    ➤ TIPP: unser Drohnen-Versicherungsvergleich
  • Es gilt das Mindestalter von 16 Jahren – (kein Mindestalter gilt, wenn das Fluggerät in der Drohnen-Klasse C0 klassifiziert ist und es sich um ein Spielzeug im Sinne der Richtlinie 2009/48/EG handelt. Oder wenn es sich um eine Eigenbau-Drohne mit einer Startmasse unterhalb 250 Gramm handelt.
  • Ein EU-Drohnenkennzeichen (Plakette / Kennzeichen) mit Registrierungsnummer des Piloten ist für nahezu alle Drohnen erforderlich (Drohnen-Plakette kaufen).
    Einzige Ausnahme: Drohnen unter 250 Gramm ohne Kameras (und ohne Sensoren zur Erfassung persönlicher Daten) oder Drohnen unter 250 Gramm, die nach EU Richtlinien (2009/48/EC) als reines Spielzeug zertifiziert sind.
  • Die Frage „Wo darf man fliegen“ ist im Detail nicht innerhalt der EU-Drohnenverordnung geregelt. Diese Vorgaben sollen in individuell aus den einzelnen EU-Ländern kommen.
    Hiezu soll in jedem EU-Land ein eigenes (oder einheitliches) System mit Flugzonen / Flugverbotszonen geschafften werden mit der Bezeichnung GEO. Dort wird geregelt, wo genau geflogen werden darf und wo nicht. Diese Daten stehen dann online den Piloten zur Verfügung (ggf. über eine App ähnlich der DFS App) und können außerdem von den Drohnen selbst auch direkt genutzt und ausgewertet werden.
    Die Erstellung und Einführung dieses Systems wird voraussichtlich nicht vor Mitte / Ende 2021 abgeschlossen sein. Bis dahin gelten weiterhin die Vorgaben der alten Drohnenverordnung 2017, sofern sie noch nicht in der neuen EU-Drohnenverordnung durch neuere Vorgaben ersetzt wurden. Daher gelten beispielsweise bis zur Einführung des GEO-Systems weiterhin die „alten“ Regelungen:
    1,5 km Abstand zu Flugplätzen
    100 m Abstand zu Autobahnen / Bundesfernstraßen / Wasserwegen / Bahnanlagen / Oberleitungen und Kraftwerken / Unglücksorten etc.
  • Privatsphäre beachten – keine Aufnahmen von Personen ohne Erlaubnis (im Landesgesetz verankert, nicht im EU-Drohnengesetz)
  • weitere Auflagen sind abhängig von der Risikoklasse der genutzten Drohne (siehe unten)

zusätzlich ist die Kategorie OPEN noch in 3 Unterkategorien unterteilt:

  • A1: Flug auch in der Nähe von Menschen möglich. Kein Flug über Menschenansammlungen im Freien und kein Flug direkt über unbeteiligten Personen. Sollten unerwartet unbeteiligte Personen überflogen werden, so muß dieser Überflug schnellstmöglich beendet werden.
  • A2: Flug nur in sicherer Entfernung zu unbeteiligten Personen (Abstand mindestens 30 Meter. In Ausnahmefällen und wenn der Langsam-Modus der Drohne aktiviert ist, auch bis zu 5 Metern Abstand)
  • A3: Flug weit weg von Menschen. Im gesamten Flugbereich dürfen sich keine unbeteiligten Personen befinden. Außerdem gilt ein Mindestabstand von 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten

Für welche Drohne sich die Auflagen A1 bis A3 ergeben, ergibt sich aus der Drohnen-Klasse C0 bis C4 (siehe unten).

Das Szenario OPEN dürfte daher das sein, welches auf die meisten Drohnen-Flüge (egal ob privat oder gewerblich) zutrifft und unter dessen Einhaltung am unkompliziertesten geflogen wird. Die anderen Szenarien „Specific“ und „Certified“ werden daher erst weiter unten am Ende beschrieben.

Szenario: OPEN – Drohnen ohne Klassifizierung

Diese Übergangsregelung betrifft alle Drohnen, die noch keine Klassifizierung / Kennzeichnung besitzen und vor dem 1.1.2023 auf den Markt gebracht wurden wurden (so genannte Bestandsdrohnen / Bestandsschutz):

  • für alle Drohnen besteht eine Versicherungspflicht (Drohnen-Haftpflichtversicherung). Siehe unseren Vergleich von Drohnen-Versicherungen.
  • für Drohnen mit einer unter 250 Gramm gilt: Diese Drohnen dürften in der Kategorie OPEN in allen Unterkategorie A1 A2 und A3 betrieben werden (siehe oben). Die Gebrauchsanweisung muß beachtet werden. Es ist kein EU Drohnenführerschein (weder kleiner EU Drohnenführerschein noch der große) erforderlich. Hier hinein fallen zum Beispiel die Drohnen-Modelle DJI Mavic MINI oder DJI MINI 2
    Die Nutzung dieser Drohnen in allen besagten Unterkategorien ist zeitlich unbeschränkt
  • für Drohnen über 250 Gramm aber noch unter 500 Gramm gilt: Diese Drohnen dürfen mit dem  kleinen EU-Drohnenführerschein (EU Kompetenznachweis) in der Kategorie OPEN in der Unterkategorie A1 nahe an Menschen betrieben werden (Details zu den EU Drohnenführerscheinen).
    Hier hinein fallen zum Beispiel die Drohnen-Modelle: DJI Mavic Air 1
  • für Drohnen über 500 Gramm aber unter 2 kg gilt: Es ist der große EU-Drohnenführerschein (siehe: EU-Fernpiloten-Zeugnis) erforderlich, wenn diese Drohnen näher an Menschen (Kategorie OPEN – Unterkategorie A2 – siehe oben) betrieben werden sollen (Mindestabstand trotzdem 50 Metern zu Menschen).
    Wenn diese Drohnen aber nur in der Kategorie OPEN in der Unterkategorie A3 betrieben werden (weit weg von Menschen – siehe oben), so ist der kleine EU-Drohnenführerschein (EU Kompetenznachweis) ausreichend.
    Hier hinein fallen zum Beispiel die Drohnen-Modelle DJI Mavic AIR 2, DJI Mavic PRO / Platinum, DJI Mavic 2 PRO / Mavic 2 Zoom, DJI Phantom 4 PRO (und andere DJI Phantom Modelle)
  • für Drohnen über 2kg und unter 25kg gilt: diese Drohnen dürfen in der Unterkategorie A3 (weit weg von Menschen) betrieben werden

 

Zusätzlich gilt:

  • für Drohnen über 250 Gramm gelten diese Übergangsregeln nur bis zum 01.07.2023.
    Anschließend dürften alle Bestandsdrohnen über 250 Gramm (die vor dem 1.1.2023 auf den Markt gebracht wurden) nur noch ausschließlich in der Kategorie A3 (weit weg von Menschen) geflogen werden. Drohnen unter 250 Gramm dürfen auch darüber hinaus in der Unterkategorie A1 weiter betrieben werden.

Alle Gewichtsangaben einer Drohne beziehen sich immer auf die maximal erlaubte Startmasse MTOM (= Maximum TakeOff Mass).

Drohnenmodelle, die nach dem 1.1.2023 auf den Markt gebracht werden, müssen vom Hersteller für eine der Drohnen-Klassen (siehe unten) zertifiziert und auch gekennzeichnet sein, um überhaupt legal betrieben werden zu können.

Für einige Modelle haben wir die Vorgaben und EU-Richtlinien nochmals gesondert zusammengefasst:

Szenario: OPEN – die Drohnen-Klassen

Wie oben bereits erwähnt, werden zukünftig alle in der EU verwendeten oder verkauften Drohnen in eine der 5 Risikoklassen (C=Class=Klasse) eingeteilt werden (C0 bis C4). Die Risikoklassen unterteilen die Drohnen basierend auf ihrem Risiko (z.B. Gewicht, Bewegungsenergie, Bauform, Sicherheitsfunktionen) und beinhalten je Kategorie unterschiedliche Auflagen (Registrierungspflicht des Steuerers, elektronische ID der Drohne,..).

Da dies relativ komplex ist, soll sich nicht der Anwender / Pilot / Käufer mit dieser Kategorisierung beschäftigen, sondern die Hersteller müssen ihre Drohnen für eine der folgenden Kategorie zertifizieren lassen und mit einem entsprechenden Kennzeichen deutlich markieren:

Drohnen-Kategorien-EU

Aktuell gibt es noch keine Drohnen am Markt, die eine Klassifizierung / Zertifizierung erhalten haben.

Drohnen-Klasse C0

Drohnen-Klasse C0Beinhaltet:

  • Drohnen unter 250g Startgewicht
  • Eigenbauten / selbstgebaute Drohnen / Drohnen ohne Klassifizierung (nur bis 250g Startgewicht) werden behandelt wie die Klasse C0
    (alle Eigenbauten über 250g: siehe Klasse C3/C4)

Auflagen für Hersteller / Drohne (nicht bei Eigenbauten):

  • Gebrauchsanweisung
  • muss EU-weite Spielzeug-Sicherheitsrichtlinien (2009/48/EC) erfüllen oder unter 19m/s Geschwindigkeit bleiben
  • muss einstellbares Höhenlimit besitzen
  • keine scharfen Kanten
  • Drohne benötigt keine elektronische ID und keine automatische GEO Flugbeschränkungsüberwachung

Freigaben / Vorgaben / Verbote:

  • Pilot / Steuerer muss Gebrauchsanweisung lesen
  • Pilot / Steuerer muss sich beim Luftfahrtbundesamt (LBA) registrieren, wenn die Drohne eine Kamera hat (oder einen anderen Sensor zum erfassen personenbezogener Daten). Die Registrierung des Drohnen-Piloten online beim LBA ist erforderlich: Infos zur Registrierung EU-Drohnen-Piloten.
    Somit ist auch die Anbringung der elektronischen Registrier-ID (e-ID) mittels EU-Drohnenkennzeichen auf der Drohne erforderlich.
    (Ausnahme: es handelt sich bei der Drohne um ein reines Spielzeug, welches den Spielzeug-Sicherheitsrichtlinien (2009/48/EC) entspricht)
  • Es darf in allen Unterkategorien der Kategorie OPEN geflogen werden (A1, A2 und A3 – siehe oben). Das bedeutet, es darf auch der Nähe von unbeteiligten Menschen (nicht über Menschenansammlungen) geflogen werden (siehe Unterkategorie A1 oben)
  • Für die Drohne muß eine gültige Haftpflichtversicherung bestehen. Siehe unseren Vergleich von Drohnen-Versicherungen.
  • Für diese Drohnen ist kein EU-Drohnenführerschein erforderlich (weder der EU-Kompetenznachweis noch das EU-Fernpiloten-Zeugnis). Details zum EU-Drohnenführerschein siehe hier.

Drohnen-Klasse C1

Drohnen-Klasse C1Beinhaltet (sofern nicht in C0 fallend):

  • Drohnen unter 80 J (Joule) Bewegungsenergie oder unter 900 Gramm Abfluggewicht

Auflagen für Hersteller / Drohne:

  • Gebrauchsanweisung
  • Geschwindigkeit auf 19m/s begrenzt
  • Unterlagen über Bewegungsenergie und mechanische Stabilität (Richtlinien / Vorgaben einhalten)
  • Notfallprozedur für Verbindungsverlust (Return-to-Home etc.)
  • muss einstellbares Höhenlimit besitzen
  • keine scharfen Kanten
  • Drohne benötigt ein System zur Fernidentifizierung, in das die e-ID (die elektronische Piloten Registriernummer) eingegeben wird und diese dann permanent sendet
  • Drohne benötigt ein System zur automatischen Flugbeschränkungsüberwachung (GEO)

Freigaben / Vorgaben / Verbote:

  • Pilot / Steuerer muss Gebrauchsanweisung lesen
  • Pilot muss den EU-Kompetenznachweis (Online-Training und Online-Test/Prüfung) absolviert haben (so genannter kleiner EU Drohnen-Führerschein): Infos zum EU-Kompetenznachweis
    Der große EU-Drohnenführerschein (EU-Fernpiloten-Zeugnis) ist nicht erforderlich
  • Pilot muss sich registrieren und seine elektronische Registriernummer (e-ID) mittels Plakette auf der Drohne anbringen mittels EU-Drohnenkennzeichen. Die Registrierung erfolgt online beim LBA: Infos zur Registrierung EU-Drohnen-Piloten.
    Außerdem muß diese e-ID auch in das System zur Fernidentifizierung der Drohne eingegeben werden, sodaß diese die e-ID permanent sendet.
  • Es darf in der Nähe von unbeteiligten Menschen (nicht über Menschenansammlungen) geflogen werden (Unterkategorie A1)
  • Für die Drohne muß eine gültige Haftpflichtversicherung bestehen. Siehe unseren Vergleich von Drohnen-Versicherungen.

Drohnen-Klasse C2

Drohnen-Klasse C2 Low Speed Mode
mit Low-Speed Modus
Drohnen-Klasse C2 - no Low Speed Mode
ohne Low-Speed Modus

Beinhaltet (sofern nicht in C0 oder C1 fallend):

  • Drohnen unter 4kg Abluggewicht

Auflagen für Hersteller / Drohne:

  • Gebrauchsanweisung
  • Unterlagen über Bewegungsenergie, mechanische Stabilität und Bruch (Richtlinien / Vorgaben einhalten)
  • Notfallprozedur für Verbindungsverlust (Return-to-Home etc.)
  • muss einstellbares Höhenlimit besitzen
  • keine scharfen Kanten
  • Low-Speed Modus (manuell zuschaltbar) muss vorhanden sein (max 3 m/s), wenn nahe an Personen geflogen werden soll
  • Drohne benötigt ein System zur Fernidentifizierung, in das die e-ID (die elektronische Piloten Registriernummer) eingegeben wird und diese dann permanent sendet
  • Drohne benötigt ein System zur automatischen Flugbeschränkungsüberwachung (GEO)

Freigaben / Vorgaben / Verbote:

  • Pilot / Steuerer muss Gebrauchsanweisung lesen
  • Pilot muss den EU-Kompetenznachweis (Online-Training und Online-Test/Prüfung) absolviert haben (so genannter kleiner EU Drohnen-Führerschein): Infos zum EU-Kompetenznachweis
  • Will der Pilot nicht nur in der Unterkategorie A3 der Kategorie OFFEN fliegen (also weit weg von Menschen – siehe oben) sondern auch in der Unterkategorie A2 (in sicherer Entfernung zu Menschen – siehe oben), so muß er zusätzlich das EU-Fernpiloten-Zeugnis besitzen (großer Drohnen-Führerschein – mit Schulung und Theorie-Prüfung): Details zum EU-Fernpiloten-Zeugnis
    Dann darf der Pilot sich unbeteiligten Personen auf bis auf 30 Meter nähern. In Ausnahmefällen und wenn der Langsam-Modus der Drohne aktiviert ist, auch bis zu 5 Metern Abstand
  • Der Pilot muss sich registrieren und seine Registrierungsnummer mittels EU-DrohnenPlakette auf der Drohne anbringen. Die Registrierung erfolgt online beim LBA: Infos zur Registrierung EU-Drohnen-Piloten.
    Außerdem muß diese e-ID auch in das System zur Fernidentifizierung der Drohne eingegeben werden, sodaß diese die e-ID permanent sendet.
  • Für die Drohne muß eine gültige Haftpflichtversicherung bestehen. Siehe unseren Vergleich von Drohnen-Versicherungen.

Drohnen-Klasse C3 und C4

Drohnen-Klasse C4Drohnen-Klasse C3Beinhaltet (sofern nicht in C0, C1 oder C2 fallend):

  • Drohnen unter 25kg Abluggewicht
  • alle selbstgebauten Drohnen über 250g werden behandelt wie C3/C4
    (alle Eigenbauten unter 250g siehe Klasse C0)

Auflagen für Hersteller C3 (außer Eigenbau):

  • Gebrauchsanweisung
  • Unterlagen über Bruch (Richtlinien / Vorgaben einhalten)
  • Notfallprozedur für Verbindungsverlust (Return-to-Home etc.)
  • muss einstellbares Höhenlimit besitzen
  • Drohne benötigt ein System zur Fernidentifizierung, in das die e-ID (die elektronische Piloten Registriernummer) eingegeben wird und diese dann permanent sendet
  • Drohne benötigt ein System zur automatischen Flugbeschränkungsüberwachung (GEO)

Auflagen für Hersteller C4 (außer Eigenbau):

  • (In diese Kategorie fallen in der Regel auch alle konventionellen Modellflugzeuge / Flugmodelle)
  • Gebrauchsanweisung
  • kein automatischer / autonomer Flug erlaubt
  • Wenn in der genutzten Flug-Zone vorgegeben / erforderlich, dann benötigt die Drohne eine elektronische ID und eine automatische GEO Flugbeschränkungsüberwachung. Ansonsten nicht.

Freigaben / Vorgaben / Verbote:

  • Pilot / Steuerer muss Gebrauchsanweisung lesen
  • Pilot muss den EU-Kompetenznachweis (Online-Training und Online-Test/Prüfung) absolviert haben (so genannter kleiner EU Drohnen-Führerschein): Infos zum EU-Kompetenznachweis
    Der große EU-Drohnenführerschein (EU-Fernpiloten-Zeugnis) ist nicht erforderlich
  • Pilot muss sich registrieren und seine Registrierungsnummer mittels EU Drohnen Plakette auf der Drohne anbringen. Die Registrierung erfolgt online beim LBA: Infos zur Registrierung EU-Drohnen-Piloten.
    In der Kategorie C3 muß diese e-ID auch in das System zur Fernidentifizierung der Drohne eingegeben werden, sodaß diese die e-ID permanent sendet.
  • Es darf nur entfernt von Städten geflogen werden und nur dort, wo sich keine unbeteiligten Personen gefährdet werden können (Unterkategorie A3)
  • Für die Drohne muß eine gültige Haftpflichtversicherung bestehen. Siehe unseren Vergleich von Drohnen-Versicherungen.

Szenario: SPECIFIC (Spezifisch)

  • gedacht für die Drohnen-Einsätze, die eine oder mehrere Vorgaben der Kategorie OPEN überschreiten müssen (z.B. Flüge über 120 Meter, Fliegen außerhalb der Sichtweite,..)
  • hierfür sind spezielle individuelle Ausnahmegenehmigungen erforderlich
  • es wird definierte Standard-Szenarien geben die man auch ohne Ausnahmegenehmigung durchführen kann, wenn man eine gesonderte „kleine“ UAS Operator Lizenz / Zertifizierung hat. Diese Lizenz nennt sich: Light UAS operator certificate (LUC)
    Standardszenarien werden voraussichtlich auch das Thema FPV-Racing, FPV Racer und FPV-Flug umfassen
  • spezielle Auflagen

Szenario: CERTIFIED (Zertifiziert)

  • gedacht für Spezialanwendungen (z.B. in der Industrie, Transportwesen, etc.)
  • spezielle Zertifinierungsprozesse und Lizenzen erforderlich (sowohl für die Drohne als auch den Operator und die Crew)
  • spezielle Auflagen

Quellen:

Die offizielle Vorlage und weitere Dokumente der EASA finden sie hier.

Bitte beachten, dass all diese Informationen vorläufig sind und auf einer Gesetzesvorlage / einem Entwurf beruhen. Die final verabschiedeten EU-Drohnengesetze und EU-Drohnenverordnungen können dementsprechend später abweichen.

(alle Angaben ohne Gewähr)

 

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EU-Drohnenverordnung – FAQ

Benötige ich einen Drohnenführerschein laut EU-Drohnenverordnung?

Ob ein Drohnenführerschein (groß / klein), eine Onlineschulung und Prüfung oder ein Kenntnisnachweis / Kompetenznachweis erforderlich ist, hängt von Deiner Drohne und deren Risikoklasse ab.
Alle Details dazu hier im Artikel.

Historie und ursprünglicher Zeitplan:

Ziel der neuen EU-Drohnenverordnung ist eine einheitliche Regelung für Drohnen und Flugmodelle / Modellflugzeuge in der gesamten EU (Europäischen Union). Zum aktuellen Zeitpunkt hat jedes EU-Land noch seine eigenen Drohnen-Gesetze und Vorschriften, die sich in diversen Punkten unterscheiden (siehe hier: aktuelle Drohnen-Gesetze in Deutschland und anderen Ländern).
Die EU-Kommision der EASA (European Aviation Safety Agency) hat ein neues Gesetz erarbeitet, welches die Vorschriften und Regeln für den Drohnenbetrieb in Europa (EU)vereinheitlicht (harmonisiert). Für Drohnen (international bezeichnet als Unmanned Aircraft System – UAS) und Flugmodelle gilt somit ab 2021 die neue EU-weit gültige EU Drohnenverordnung mit neuen EU-Drohnen-Gesetzen und Vorschriften.

Hier der ursprüngliche (bereits veraltete / überschrittene) Zeitplan für die Verabschiedung der EU-Gesetze durch die EU-Kommission der EASA:

Eu Drohnengesetze Status

Update: am 28. März 2019 hat das EASA Komitee dem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt. Am 12. März wurde der Vorschlag von der EU-Komission angenommen.
Der europäische Gerichtshof und das EU-Parlament haben dann noch 2 Monate für die finale Prüfung. Anschließend (mittlerweile voraussichtlich frühestens in Q1 2021) erfolgt dann die Veröffentlichung: